BOOK: IM SCHATTEN UNSERER WÜNSCHE

"Wenn dich jemand fragt: 'Wie geht's dir?' will er es im Grunde gar nicht wissen."


Nach dem tristen Januar ist im Februar nun die nächste Jahreszeit zumindest schon in Sichtweite! Der Valentinstag weckt Frühlingsgefühle, der Frühjahrsputz steht an und auch der Schnee vor der Haustür wird irgendwann schmelzen. Und falls die Winterdepressionen doch zu groß werden, dann hilft der Griff zu einem historischen Roman, wie beispielsweise Im Schatten unserer Wünsche von Jeffrey Archer, erschienen im Heyne Verlag. Eine Rezension zum Vorgängerband Erbe und Schicksal findet ihr HIER

Inhalt: Bristol 1957: Der Vorsitzende der Barrington Schifffahrtgesellschaft wird zum Rücktritt gezwungen – für Emma Clifton ist dies die Gelegenheit, den Posten zu übernehmen und Macht über die Gesellschaft zu gewinnen. Doch die tragischen Ereignisse um ihren Sohn Sebastian, der in einen Autounfall verwickelt wurde, legen einen Schatten über Emma und ihren Mann Harry.
Emma Clifton übernimmt den Vorsitz der Barrington Schifffahrtsgesellschaft. Der kriminelle Don Pedro Martinez und seine Handlanger sabotieren daraufhin den Bau des Luxusliners "Buckingham". Ihr Ziel ist es, die Familien Clifton und Barrington in den Ruin zu treiben. Auch Giles Barrington erhält in seiner politischen Karriere einen schlimmen Rückschlag, den er Martinez zu verdanken hat.

Meinung: Gleich zu Beginn des vierten Bands der Clifton-Saga wird der fiese Cliffhanger aus der Schlussszene von Band 3 aufgelöst und geklärt, welche Folgen der fatale Autounfall hatte. Die Handlung wird dann auch nahtlos zum vorherigen Band fortgesetzt und erstreckt sich auf die Jahre 1957 bis 1964. Don Pedro, dessen Hass und Rachegelüste gegenüber der Clifton- bzw. Barringtonfamilie nochmals zugenommen haben, setzt alles daran, diese wirtschaftlich und politisch zu vernichten. Wie die drei Vorgängerbände ist die Handlung unglaublich spannend geschrieben. Besonders gut gefallen hat mir die Figur des Bankiers Cedric Hardcastle, der im vierten Band eine tragende Rolle erhält und eine Bereicherung der Serie darstellt. 

Störend fand ich allerdings, dass Jeffrey Archer einige Stilmittel bzw. Handlungsvarianten zu oft einsetzt, so dass die Geschichte trotz aller Spannung teilweise etwas redundant verläuft. So wird beispielsweise wieder einmal Major Fisher Mitglied im Aufsichtsrat der Barringtons, zum wiederholten Mal wird versucht, der Gesellschaft durch gezielte Aktienverkäufe massiven Schaden zuzufügen und wichtige Abstimmungen verlaufen stets als unglaublich knappe Kopf-an-Kopf-Rennen. Am meisten hat mich aber gestört, dass der vierte Band wie bereits seine drei Vorgänger mit einem fiesen Cliffhanger endet, so dass die Handlung nicht in sich abgeschlossen ist, sondern man bis zum Erscheinen des fünften Bandes warten muss, um zu erfahren, welche Folgen das dramatische Ereignis am Ende des vierten Bandes hatte. 

Ich bin natürlich gespannt, wie es mit den Cliftons und Barringtons weiter geht, hoffe aber, dass sich im fünften Band dann wieder etwas neues entwickelt und nicht die Vendetta von Don Pedro bzw. die Intrigen von Major Fisher und Lady Virginia ins Unendliche weiter gesponnen werden. Aber vielleicht gibt es ja einige erfrischende neue Charaktere wie den Bankier Cedric Hardcastle. 


CONVERSATION

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen