MEINUNGSFRAGE: ZUSAMMEN ZIEHEN UND ZUSAMMEN LEBEN

"Die ganze Welt ist Bühne. Und alle Frauen und Männer bloße Spieler. Sie treten auf und gehen wieder ab. Sein Leben lang spielt einer manche Rollen."






























Drei Frauen, drei Meinungen zum Thema zusammen ziehen und zusammen leben. Ist ein gemeinsamer Ort, eine Wohnung, ein Haus irgendwann Pflicht? Ist das Zusammenziehen der nächste logische Schritt, oder vielleicht doch der Beziehungskiller? Wie viel Freiraum brauchen wir in unserer Beziehung?
Ist die gemeinsame Wohnung ein Garant für eine glückliche Beziehung, oder ist ein gesunder Abstand vielleicht auch mit getrennten Lebensräumen die bessere Alternative? Wie immer liegt die passende Antwort ganz bei euch und eurem Verständnis von Liebe. Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und Kommentieren.

Dame Nummer eins: Sie ist frisch mit ihm zusammen, seit 6 Monaten. Jetzt planen sie das Zusammenziehen.

Wir haben beide beschlossen, dass es zu 100% passt und wir so schnell wie möglich zusammenziehen wollen. Für mich und für ihn ist das ein wichtiger Punkt in unserer Beziehung. Quasi die nächste Ebene, der nächste Schritt für ein intensiveres Wir. Natürlich könnte man jetzt als Außenstehender sagen: „Das ist viel zu früh.“ Aber wann ist denn der richtige Zeitpunkt? Richtig, den gibt so gut wie nie. Es kann immer etwas dazwischen kommen. Ich war schon immer eine Frau die gern Nägel mit Köpfen macht und vor dem Zusammenziehen keine Angst verspürt. Im Gegenteil, ich freue mich, seit dem wir wissen es ist etwas Ernstes, auf unsere gemeinsame Wohnung und kann mir auch vorstellen, in den nächsten Jahren den Hausbau mit ihm zu planen. Ich weiß, das zwischen mir und ihm kann etwas für das ganze Leben werden. Die gemeinsame Wohnung wird das auch zeigen, sie ist für mich der Indikator, der erste Schritt zum großen Mehr. Ich freue mich jetzt schon, wenn ich nach Hause kommen werde und dort lebt jemand mit mir zusammen, den ich liebe. Ich brauche einfach die Nähe und freue mich, dass er es genauso fühlt wie ich. Wir sehen uns jetzt auch schon jeden Tag und verbringen immer die Nacht zusammen bei ihm oder bei mir. Also wäre das Warten nur Zeit- und auch Geldverschwendung. Ich freue mich auf die gemeinsame Wohnung genauso wie er. Wir machen aus dem „Zu dir oder zu mir“ ein „Zu uns“.


Dame Nummer zwei: Sie ist mit ihm schon 2 Jahre zusammen. Sie leben in einer Stadt, aber in getrennten Wohnungen.

Ich war noch nie der Teiltyp. Ich hatte immer mein eigenes Zimmer in Teenagerzeiten und auch im Ferienlager. Ich hatte unter meinen Beziehnungen viele Fernbeziehungen und lebe nun mit meinem Freund in der gleichen Stadt, aber nicht in einer gemeinsamen Wohnung. Mein Lebensbereich und sein Lebensbereich. Wir brauchen beide unseren Freiraum und wollen diese persönliche Freiheit auch genießen, einfach einmal den Tag allein zu begehen und nur sich zu haben in seinen eigenen vier Wänden. Den Freiraum spüren und doch zu wissen, man hat eine Partner an der Seite, ist ein wunderbares Gefühl, das wir beide ungern aufgeben möchten. Daher haben wir es bis jetzt noch nicht einmal in Betracht gezogen unsere Wohnungen zu kündigen und uns zusammen etwas in unserer Stadt zu suchen. Ja, wir leben in einer Stadt, in getrennten Wohnungen und haben beide den Luxus einfach einmal die Tür zu schließen und die Stille zu genießen. Aber wir haben ebenso die Möglichkeit mit einem Anruf und einem 15- minütigen Radweg die Zweisamkeit zu haben. Das alles ohne Stress, ohne Streit, ohne „Das ist meins und das ist deins“. Wir beide brauchen diese Rückzugsmöglichkeit, es läuft gefühlt einfach entspannter zwischen uns beiden ab. Wir können uns auch einmal aus dem Weg gehen. Wir machen uns daher auch keinen Druck, dass wir nach zwei Jahren in der gleichen Stadt immer noch beide eine Wohnung besitzen. Uns ist das Geld nicht wichtig, viel wichtiger ist uns der Beziehungsfrieden und die Möglichkeit sich einmal für sich zurück ziehen zu können.





Dame Nummer drei: Sie ist mit ihm seit sieben Jahren zusammen. Sie leben 500 Kilometer voneinander entfernt und sehen sich jedes zweite Wochenende.

Ich liebe meinen Job, ich habe lange dafür studiert und gearbeitet und bin bereit meinem Traumjob hinterher zu ziehen. Sonst hätte ich all das vorher nicht durchstehen müssen. Genau so geht es aber auch meinem Freund. Wir beide haben uns im Studium kennengelernt. Genau sechs Monate hatten wir eine Beziehung in der gleichen Stadt und haben sofort gemerkt, wir haben die gleichen Ziele und können die gleichen Abstriche machen. Das hieß für uns, an eine gemeinsame Wohnung wird lange nicht zu denken sein. Denn wir beide haben an erster Stelle den Job gestellt und respektieren die jeweilge Entscheidung des anderen. Gut, dass wir die gleiche Einstellung haben, denn ich weiß andere würden irgendwann verzweifeln, oder an der Liebe des anderen zweifeln. Das ist bei uns nie ein Thema gewesen. Wir sind glücklich, auch wenn wir uns seltener sehen als andere. Aber wenn wir uns sehen, nutzen wir die Zeit zu zweit sehr intensiv und wir haben uns dann auch immer sehr viel zu erzählen. Gerade haben wir uns geografisch sogar wieder angenähert. Er lebt jetzt am anderen Ende von Deutschland und hat dort eine neue Stelle angenommen. Ich arbeite seit kurzem wieder in Deutschland und freue mich, ihn jetzt wieder jedes zweite Wochenende sehen zu können. Wir haben große Distanzen zurückgelegt, aber zwischen uns war immer alles fein. Natürlich  ist es manchmal anstrengend, das Reisen zu ihm oder zu mir und auch Familie und Freunde unter einen Hut zu bekommen, aber wir haben uns das beide so ausgesucht und können sehr gut damit leben. Wir wussten, wir beide wollen erst einmal in unserem Job ankommen, bevor das Wir kommt, vorallem das Thema zusammenziehen. Und das liegt nach sieben Jahren nicht mehr in so weiter Ferne, aber immer noch nicht an erster Stelle.


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