FASHION. DIE FRAGE NACH DER OUTFITWAHL

Beschreibe deinen Stil in drei Worten: Feminin, farbenfroh, casual. Mehr ist es nicht. Nicht sehr aufregend, aber auch nicht sehr alltäglich. Zumindest wird mir das oft genug gesagt oder gezeigt.



Schaue ich mich um, weiß ich ganz genau: Wir sind ein Land voller Pragmatiker. Wir sind praktisch. Wir lieben Funktion und geben dafür Geld aus. Es muss einen Sinn haben. Das hat Mode auf den ersten Blick wohl nicht, zumindest für uns. Wo die Französin mit dem ersten Vogelgezwitscher schon die Pullover und Wintermäntel verstaut und sich neue Farben und Schnitte zulegt, überlegen wir lieber noch einmal ganz genau.

Trage ich das auch immer? Passt es zu meinem Kleiderschrank?




Daher landen wir im Winter oft in Grauzonen mit schwarzen Highlights. Mutig ist, wer zu dunklem Blau oder Beige greift. Mehr trauen wir uns nicht zu. Wir wiegen uns gern in Sicherheit. Da geht es mir aber persönlich nicht anders. Denn wer anders geht und trägt der fällt hierzulande auf. Niemand will ständig angestarrt werden, nur weil er Farbe bekennt oder einfach einmal nicht nach dem Wetter gekleidet ist.

Die Blicke der anderen und die praktische Haltung haben uns in Sachen Trend und Mode einschlafen lassen. Wir nutzen nur besondere Gelegenheiten, schaffen sie uns selber aber nicht. Denn dann hätten wir die Chance viel öfter Farbe und Schnitt zu bekennen. Selbst ich erwische mich oft genug dabei wie ich mich frage: Wann sollte ich das denn tragen? Die Antwort müsste lauten: Wann ich es will!

Es ist absolut nichts dabei, sich über seinen Stil zu definieren, sich für schöne Sachen zu begeistern und trotzdem noch Zeit für andere Dinge und Gedanken im Leben zu finden. Vielleicht sollten wir die Mode so nehmen wie sie einfach ist - als Möglichkeit sich auszuleben. Diese Chance sollten wir jedem geben, selbst wenn es dann im Winter Slipper anstatt Winterstiefel heißt. Wir müssen ja nicht frieren.

Die Frage ist, wieso es uns so oft interessiert was andere denken und tragen?

Großstädte die ich besuche infizieren mich immer wieder. Vor allem weil dort so eine unglaubliche Lässigkeit herrscht die man kurz mit Arroganz verwechseln könnte, die aber eigentlich „Trag was du willst, mir ist es egal“ meint.

Dieses Gefühl gefällt mir, ich nehme es gern mit.

Liebe Grüße

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